Historie Ortswehr Weigsdorf-Köblitz


In den Abendstunden, am 11. Juni des Jahres 1876 versammelten sich auf Einladung des Gemeindevorstandes Traugott Kalauch in der Priebschen Schankwirtschaft, dem späteren Bergschlößchen, in Weigsdorf, 36 beherzte Männer um die Gründungsversammlung der Freiwilligen Feuerwehr von Weigsdorf mit Köblitz abzuhalten, ihren Beitritt zu erklären und die Eintrittsbedingungen anzuerkennen.

Viele Probleme und Schwierigkeiten mussten von den Männern der Wehr überwunden werden, denn Geld war rar und mit etwas anderen, als den Willen, ihren Mitmenschen in der Not zu helfen, hatten die meisten nicht aufzuwarten. Aber die Kameradschaft und die zutiefst humanistische Aufgabe der Feuerwehr halfen alle Schwierigkeiten zu überstehen.

Im Jahr 1878 tritt unsere Feuerwehr dem Oberlausitzer Gebirgsgauverband bei. Bereits ein Jahr später, am 28. Juli 1879 fand in Weigsdorf mit Köblitz ein Feuerwehrtag des Oberlausitzer Gebirgsgauverbandes statt, welcher akribisch vorbereitet wurde.

Ein weiterer Höhepunkt im Leben unserer Wehr war der 23. Feuerwehrtag 1895 in Weigsdorf-Köblitz, welcher natürlich wieder mit der größtmöglichen Sorgfalt vorbereitet wurde.

Das 25 jährige Gründungsjubiläum, welches unsere Wehr 1901 in einer Stärke von 63 aktiven und 27 passiven Mitgliedern begehen konnte wurde am 23. Juni unter reger Anteilnahme zahlreicher Gäste festlich begangen.

Im Herbst 1921 wurde vom Fabrikbesitzer Max Kalauch eine Schiebeleiter angeschafft und diese der Freiwilligen Feuerwehr zur Bedienung und Nutzung übergeben. Die für die Bedienungsmannschaft nötigen Ausrüstungsgegenstände wurden ebenfalls von Herrn Kalauch gestiftet.

Am 30.Juni und 1. Juli 1923 wurde das 50. Verbandsjubiläum und der 45. Verbandstag des Oberlausitzer Gebirgsgauverbandes der Freiwilligen Feuerwehren in unserem Ort festlich begangen.

Im Jahr 1926 Gegenwärtig gehören der Wehr 71 aktive und 36 passive Mitglieder an. Zu Bränden musste die Wehr in diesem Zeitraum 36-mal ausrücken, davon 8-mal im Ort und 28-mal nach außerhalb des Ortes.

Im Juli 1939 wurde die erste Motorspritze angeschafft, und im Jahr 1940 wurde ein Zug– und Mannschaftsfahrzeug (6 Zylinder Horch) angeschafft. In den letzten Kriegstagen gingen das Zugfahrzeug mit Hänger und Ausrüstungsgegenstände sowie Bekleidung verloren.

Im Jahr 1959 wurde ein Zugfahrzeug für den TSA beschafft und von den Kameraden zum Feuerwehrfahrzeug umgebaut. Von den Wehrangehörigen wurde das Fahrzeug „Feurige Isabella“ getauft.

1963 wurden Mittel bereit gestellt, um einen LKW als Mannschaftswagen und Zugfahrzeug aufzubauen. Es wurde wiederum in vielen freiwilligen Arbeitseinsätzen von den Kameraden aufgebaut.

Bereits am 30. März 1966 wurde die Frauengruppe gegründet, die sich fortan um die Belange des vorbeugenden Brandschutz kümmerte, der erste Leiter der Frauengruppe war der Kamerad Martin Richter, den später der Kamerad Siegfried Lehmann ablöste.

Am 9.Juli 1966 wurde mit dem Bau des neuen Gerätehauses begonnen. In Vorbereitung des Baues wurde der Eiskeller am Weigsdorfer Teich abgerissen, um Baumaterial zu gewinnen. Vom Rat des Kreises wurden 11000 Mark für den Kauf von Baumaterial bewilligt. Von den Kameraden wurden 3062 Stunden geleistet. Durch besondere Initiative des damaligen Bürgermeisters Alwin Jeremies wurden gleichzeitig Räume für die Gemeindeverwaltung mit gebaut. Der Bau wurde 1969 feierlich zur Nutzung übergeben.

Um Nachwuchs für die Wehr zu gewinnen, wurde 1972 in Zusammenarbeit mit der Schillerschule eine Arbeitsgemeinschaft „Junge Brandschutzhelfer“ gegründet und von Kameraden Siegfried Lehmann viele Jahre erfolgreich geleitet.

Das Fest des 100jährigen Bestehens der Feuerwehr wurde vom 21. - 30. Mai 1976 festlich begangen. Es wurden 2 Zelte aufgebaut mit 700 Sitzplätzen und auf dem Festplatz waren zahlreiche Belustigungen sowie Verkaufsstände vorhanden. Die gastronomische Betreuung war hervorragend, so wurden unter anderem 147 Hektoliter Bier ausgeschenkt und 2588 Kg Hähnchen gebraten. Am Festumzug nahmen 23 Wehren mit ca. 450 Kameradinnen und Kameraden und 3 Kapellen teil. Der Ort wurde von den Einwohnern geschmückt, die Schaufenster der Geschäfte wurden dem Fest entsprechend ausgestattet und von den Kindern der Schule wurden lange Wimpelketten angefertigt. Von diesem Ereignis wird noch bis heute von Augenzeugen in höchsten Tönen geschwärmt.

Am 9.September 1986 wurde der Wehr in Anerkennung für die erbrachten Leistungen ein neues Löschfahrzeug vom Typ LO/LF8 übergeben. In den Jahren 1988/89 wurde ein Anbau an das Gerätehaus realisiert. Wieder halfen die Kameraden in vielen Stunden dieses Vorhaben zu verwirklichen und schufen sich somit einen Schulung und Versammlungsraum.

Die AG Junge Brandschutzhelfer wurde 1991 in eine Jugendfeuerwehr umgewandelt.

1996 kaufte die Wehr einen gebrauchten B1000 und baute diesen zum transportieren der Gerätschaften für die technische Hilfeleistung um.

Im Jahr 2001 wurde der Wehr aus Anlass ihres 125jährigen Bestehens ein nagelneuer Vorrausrüstwagen als Ersatz für den doch sehr anfälligen B1000 übergeben.

Nach langen Überlegungen und Ausloten vieler Faktoren, und nach Zustimmung des Gemeinderates rollte endlich, pünktlich zum Weihnachtsfest 2005, ein Nagelneues TSF-W-Z in unser Gerätehaus.